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Ich persönlich habe unendlich viel Wissen und Unterstützung im gemeinschaftlichen Zusammenleben erfahren. Ich bin mit Menschen verbunden, die am Gelingen der Liebe forschen, und sich gegenseitig immer wieder Wahrnehmungsräume schenken, die ein neues Sehen ermöglichen. Aus dieser Erfahrung haben wir das „Liebeskunstwerk“ entwickelt: ein Netzwerk, das sich in regelmäßigen Abständen zu Seminaren trifft, und gemeinsam in der Liebe lernt und den Liebenden Raum schenkt, sich wahr zu nehmen.

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Ein Liebeskunstwerk baut darauf, dass Menschen sich gegenseitig in der Liebe unterstützen. Wir haben so lange versucht, es in der Liebe alleine zu schaffen und ganz im Privaten damit zu bleiben, dass allein die Entscheidung und Erfahrung, sich zu unterstützen, enorm viel bewegt. Stress, Fixierung, Leistungsdruck werden deutlich geringer, wenn wir uns von anderen in die Karten schauen lassen und wir erfahren dürfen, wie andere in diesem intimen Bereich vorgehen. Und wenn sich Fixierung löst, weil genug Vertrauen in die eigene Liebe gewonnen wurde, bekommt die Liebe wieder frische Luft zum Atmen.
Leider überwiegt bei vielen die Angst davor, Fixierung zu lösen, den Partner/in loszulassen – er könnte sich ja frei bewegen und „weg“ sein. Stellen wir uns vor, was solchen Ängsten für ein Denken vorausgeht: wenn er sich frei bewegen würde, könnte er weg sein. – Wollen wir nicht lieber Partner, die sich frei bewegen und gerne bei uns bleiben?
Ich meine damit nicht, dass es keine Verbindlichkeiten braucht. Und natürlich haben solche Ängste auch dort ihre Berechtigung, wo Beziehungspartner in einem konsumgeprägten oder kindlichen Geist unterwegs sind und letztlich in der „vielleicht-finde-ich-doch-noch den-Prinzen“ Dauerschlaufe hängen geblieben sind.
Liebe lernen umfasst also vieles: unser Liebesbild kann dabei ins Wanken geraten und unser Selbstbild wird mit Sicherheit neue Nahrung bekommen. Die Wirkung unserer  Konsum- und Leistungsgesellschaft auf unsere Liebeshaltung wird auf den Prüfstand gestellt, und unser Freundschaftsnetz wird sich erweitern.

Für Liebesbeziehungen öffnet sich darin eine heilende Perspektive: wir sehen unsere Liebsten über das hinaus, wer sie für uns sind.  – Hier  beginnt eine neue Qualität des Liebens. In ihr ist eine Spannung, weil das Anderssein des anderen IMMER eine Spannung beinhält.  In dieser Spannung gebiert sich eine tiefere  Liebe, die die Unterschiedlichkeit würdigt und bereit ist, sich auf den Anderen zu zubewegen.
Die Liebe wird frei. Frei von Versteckspielen, Drama, Forderung und Enge. Das neue Spiel ist viel schöner.

Je mehr Wahrheit wir miteinander teilen können, desto erotischer fühlen wir uns miteinander. Mit jeder „Wahrheit“ steigt die Tiefe des Eros.  Wahrheit  hier verstanden als unmittelbarer Kontakt. Unverstellt von Konvention.
Ein magischer Moment von Präsenz, in dem sein darf, was ist, und wahrgenommen wird. Sei es Zuneigung, Widerstand, erotische Freude oder Scham.
Kontakt ist (noch) kein Ja, (noch) kein Nein. Es ist Dasein, ein Verweilen, bis die Wahrnehmung wahrgenommen ist. Diese Art von Kontakt fühlt sich an wie Liebe. Sie lebt in diesem wachen Moment von entspannt-gespannter Aufmerksamkeit.
                                                                         

Wie könnte es aussehen, in der Liebe eine neue Geschichte zu schreiben?
Vielleicht ist das „Neue“ die entspannte Aufmerksamkeit für jeden Moment in der Begegnung. Aber wie finden und bewahren wir sie? – In einer Welt von Ablenkungen, in einem Selbst voller Selbstgespräche und Interpretationen? In Beziehungen voller Gewohnheiten und Reaktionsmustern?

Auch hier ist die Liebesforschung in Gemeinschaft oder einer Gruppe: weil Liebe eine Kunst ist, die wir (gemeinsam) lernen können. Und weil es dafür mehr braucht, als zwei Menschen. Wenn zwei Liebende in einer Forschungsgruppe eingebunden sind, weitet sich ihr Blick auf sich selbst und aufeinander. Dadurch kann auch die kollektive Dimension der Liebe heilsam begriffen werden, die  zu großen Anteilen auf unsere Beziehungen wirkt.

Das Liebeskunstwerk trägt Erfahrungen und Wissensschätze zusammen mit der Absicht, die Momente tiefer Aufmerksamkeit zu vermehren. Wir pflegen unser erotisches Selbst, nährende Beziehungskommunikation, Inspiration für Wollust und Zärtlichkeit und Erkenntnisse im kollektiven Feld. Wir nutzen die Weisheit der Gruppe, die unsere Präsenz deutlich erleichtert, auch weil sie außerhalb des Alltags stattfindet. Gemeinsam gehen wir einen Weg, auf dem wir intimer mit uns selbst werden. Und auf dem wir schauen und neu entscheiden, in welcher Weise wir Liebe, Kommunikation, Vertrauen, Sexualität, Eros und Spirit in unser Leben und unsere Beziehungen einladen wollen.
Da dies nicht in einem einzelnen Seminar umsetzbar ist, bieten wir dafür ein Jahrestraining, das von vielen auch mehrmals besucht wird. Das vierte Modul ist jeweils auch als das jährliche Netzwerktreffen für frühere Teilnehmer*innen.

„Es braucht ein ganzes Dorf für glückliche Beziehungen.“

Jahrestraining „Liebeskunstwerk“ mit Dolores Richter und Kolja Güldenberg,
Beginn: 16.März 2017,  Frühbucherpreis bis 1. Februar  www.doloresrichter.com
Anmeldung

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