Sechs Aspekte der Liebe Teil 2: Spirituelle Liebe, Menschenliebe, Eros und Sexualität.

Im vorigen Artikel habe ich über Selbstliebe und Selbstkontakt geschrieben.
In Teil II beschreibe ich meine Sicht auf die spirituelle Liebe, Menschenliebe, Eros und Sexualität.
In Teil III kommt dann das Zusammenwirken dieser Quellen in der Partnerliebe.
Mit der„spirituellen Liebe“ umschreibe ich die Art von Liebe, die über mich und meine Persönlichkeit hinausgeht. Sie hat etwas Transpersonales – durch unsere Person hindurch in eine größere Identität. Sie verbindet unser Alltags-Ich mit dem göttlichen oder ewigen in uns, den manche als Seele oder das höhere Selbst kennen. Sie kann sehr unterschiedlichen Ausdruck haben –
Manche nennen sie universelle Liebe, für andere ist es die Liebe zur Natur oder zu Mutter Erde.
Für viele Menschen ist es die Liebe zum Göttlichen, zu einem Gott oder Göttin.
Sie drückt sich aus in Meditation und Gebet, in religiösen Riten, in der Erfahrung von Stille und im Eingebettet sein in ein größeres Ganzes.
Spiritualität kann abgehoben sein und uns vom realen Leben entfernen. Oft spaltet sie, vor allem in institutionalisierten Religionen, das Leben im Diesseits vom Jenseits, in das dann die eigentliche Erfüllung verschoben wird. Die neuere Esoterik war bemüht, diese Spaltung aufzuheben, aber auch hier finden wir oft ein Verschieben in andere Bewusstseinszustände, statt ein Durchdringen des Lebens mit universellem Bewusstsein. In der Therapie spricht man von „spiritual Bypassing“, wenn Menschen hohe Bewusstseinszustände in der Meditation erreichen, aber im Leben von psychischen Leiden gebeutelt bleiben und sich dem nicht zuwenden.
Die Aufgabe der spirituellen Liebe ist die „Wiedervereinigung“ unserer physischen und unserer nichtphysischen Realität. Eckhart Tolle nennt es den Tanz zwischen Form und Raum. Wir sind spirituelle Wesen, die ein menschliche Erfahrung machen. Wir kommen auf die Welt und vergessen oft unsere Herkunft. Eine spirituelle Praxis ist ein Weg der Erinnerung daran, an unser „wahres Selbst“. In Verbindung damit sind wir angeschlossen an eine größere Liebe, an größeres Bewusstsein.
Dies zu erfahren und zu pflegen ist eine wesentliche Quelle der Liebe, die unsere Selbstliebe, aber auch unserer Menschenliebe und unseren Liebesbeziehungen einen stabilen Boden bieten kann.
Die Menschenliebe, ich nenne sie auch Gattungsliebe, ist die Liebe, die uns mit anderen Menschen darüber verbindet, dass wir gemeinsam Menschen auf dieser Erde sind oder gemeinsam Teil von etwas sind. Wir erfahren sie in Gemeinschaft, im Dorf, in der Familie, in Vereinen, im gemeinsamen Tun. Da ist es weniger die persönliche Sympathie, die uns verbindet, als das, worüber wir verbunden sind. Ein tieferes Verständnis von Menschenliebe sehe ich da, wo wir das Menschsein gemeinsam durchdringen und begreifen, was uns menschlich macht, und was uns davon entfernt. Und wie wir uns unterstützen, mit uns selbst und miteinander menschenfreundlicher zu werden.
Eros ist…. folgt
Sexualität…. folgt