Jahresgruppe Liebeskunstwerk 2020 startet verkürzt jetzt!

Nachdem der geplante Start der Jahresgruppe wegen den Regelungen zu Corona abgesagt werden musste, können wir nun am 9.-12. Juli im ZEGG starten!

Wir haben sie auf zwei Spezialmodule verkürzt, die gerne gemeinsam gebucht werden können:

Do, 9. – So, 12.7.  Selbstliebe und unser erotisches Selbst
Selbstliebe ist die Basis jeder fruchtbaren Liebe. Sie wächst durch Selbstwahrnehmung und Selbstkenntnis. Sie wird genährt, wenn wir in Kontakt sind zu unseren Gefühlen und Bedürfnissen und eine Anbindung an das größere Ganze pflegen. Je näher wir uns selbst sind und unsere inneren  Bewegungen kennen, umso nahbarer und berührbarer werden wir als Liebende. Eine weitere Basis der Liebe ist unser eigenständiges erotisches  Selbst. Wir lauschen auf die aktuelle Qualität unseres erotischen Wesens und seiner lebendigen Kraft.

Mi, 30.9. – So, 4.10. Bausteine für das Kunstwerk der Liebe
Wir verbinden die Module „Klarheit in Beziehungen“ und „Wilder Frieden“ unseres Liebeskunstwerks. Klarheit in Beziehungskommunikation, Klarheit in unserem Liebesbild und eine Balance aus Beziehungs- und Autonomiefähigkeit bilden ihre Basis. Über die Dynamik dieser Pole und wie wir sie auf  gesunde Weise gestalten können. Es geht dabei um einlassende Herzöffnung und aktives Lieben ebenso die eigene Klarheit. Wir gestalten einen geistigen Erfahrungsraum, in dem auch kollektive Dynamiken der Liebe erkennbar werden und tauschen uns aus im Knowhow des Gelingens.

Wir arbeiten mit Übungen, Teachings, Aufstellungen, Forum, Austausch in Kleingruppen, Kraftgänge in der Natur, Feedback, Körperarbeit und Bewegung.

 

Anmeldung

 

Über die Bedeutung von Vertrauen – Gedanken von Dolores Richter

Über die Bedeutung von Vertrauen – von Dolores Richter

Wo stehen wir in unseren Freundschaften? Wie geht es unserer Liebesfähigkeit, unserer Partnerschaft, unserer Gemeinschaft? Wie entspannt und wie ausgerichtet sind wir miteinander? Schenken wir einander Vertrauen?
Dolores Richter hat sich im folgenden Artikel mit der Bedeutung des Vertrauens auseinandergesetzt:
Was ist Vertrauen eigentlich? Wie entsteht es? Wie gehen wir mit enttäuschtem Vertrauen um? Kann ich Vertrauen schenken?
Umgangssprachlich ist Vertrauen eine subjektive Überzeugung, ein Glauben von der Richtigkeit oder der Wahrheit von Handlungen anderer. Wir vertrauen, wenn das Handeln anderer ähnliche Werte ausdrückt, die uns selbst wichtig sind. Wenn uns zum Beispiel Verlässlichkeit ein hoher Wert ist, und wir einen Menschen als verlässlich erleben, entsteht in uns Vertrauen. Stärker wird das Vertrauen, wenn andere Werte auch erfüllt werden. Wir brauchen zum Beispiel das Gefühl, dass die Person ehrlich ist, oder dass sie aktiv kommuniziert. Oder dass sie Engagement dafür zeigt, dass unsere Verbindung lebendig bleibt. Je mehr wir solche Erfahrungen sammeln, steigt unser Vertrauen.

Und: Vertrauen hat eine Innen- und eine Außenvoraussetzung. Ob ich durch deine Verlässlichkeit Vertrauen in mir entwickle, hängt auch damit zusammen, ob ich vertrauen kann. Vertrauen können ist eine Haltung und eine Fähigkeit. In diesem Fall hat sie unter anderem auch damit zu tun, ob ich die Qualität, in die ich bei dir vertraue, in mir habe. Wenn ich zum Beispiel selbst nicht verlässlich bin, habe ich es schwerer, anderen zu in ihrer Verlässlichkeit zu vertrauen..

Wovon hängt denn noch ab, ob ich vertrauen kann?
Vertrauensfähigkeit hängt mit unseren Erfahrungen zusammen und damit, wie wir Erfahrungen reflektieren und bewerten. Wir ziehen instinktiv Schlüsse aus dem, was wir bisher erfahren haben und schauen entsprechend in die Welt. Wenn wir sehr viele Erfahrungen mit Unzuverlässigkeit gemacht haben, wird es uns schwerer fallen, jemanden in der Hinsicht zu vertrauen. Aber wir können Situationen auswerten, die Hintergründe begreifen, warum jemand entsprechend gehandelt hat, mit der Person ins Gespräch gehen darüber. Oft löst sich Unverständnis oder Misstrauen dadurch auf und eine neue Basis für Vertrauen ist gelegt.
Ein weiterer Faktor ist, wie wir überhaupt gerade im Leben stehen. Wenn wir uns geliebt fühlen, ökonomisch auf sicherem Boden stehen, eingebettet sind in ein nährendes Freundschaftsnetz oder in einer spirituellen Praxis verankert sind, können wir mehr Vertrauen schenken, als wenn wir gerade zwischen allen Stühlen stehen.
Und es gibt Menschen, die unabhängig von äußeren Umständen vertrauensvoll in die Zukunft schauen. Manche bringen Vertrauensfähigkeit mit auf die Welt oder sind in einer vertrauensfördernden Umgebung aufgewachsen. Andere haben sich diese Haltung angeeignet durch Reflektion, Kommunikation und immer wieder die Entscheidung, auf Vertrauen zu setzen.
Wenn wir Vertrauen vorausschicken, ziehen wir entsprechende Erfahrungen an…

Vertrauen ist eine Haltung und auch eine Fähigkeit, die wir uns erwerben können, ja, in die wir hineinwachsen, je mehr wir selbst integer sind und uns selbst vertrauen.
Im Kern geht es um eine vertrauensvolle Beziehung mit dem Unbekannten. Eine neue Situation braucht einen Vertrauenssprung. Sie verlangt von uns, ein Risiko in Bezug auf etwas oder jemanden einzugehen. Und je größer das Risiko ist, das von uns verlangt wird, desto mehr Vertrauen ist nötig, diesen Sprung zu machen.
Vertrauen ist der Begleiter in etwas Unbekanntes: da ich nicht sicher sein kann, was kommen wird, gebe ich Vertrauen, dass es „gut“ wird. Ich gebe mich hin, dass ich nicht wissen kann, was wird und verbinde mich mit der Möglichkeit des Gelingens.

Vertrauen ist ein Zustand von Entspannung und Zuversicht. Und eine Haltung, die etwas „Gutes“ erwartet. Insofern ist Vertrauen nicht passiv, es ist vielmehr eine aktive Art, unser Leben zu reflektieren und Erfahrungen so einzuordnen, dass wir im Vertrauen bleiben können. Dazu gehört gegebenenfalls, dass wir etwas ansprechen müssen, was unser Vertrauen ins Wanken gebracht hat. Oder vermitteln, welche Bedeutung ein Wert für uns hat und warum. Wir müssen uns sichtbar machen in dem, was uns wichtig ist.

Manche Menschen haben ein eher kindliches Vertrauen. Da wollen wir etwas haben, was wir erwarten und sind enttäuscht, wenn es sich nicht erfüllt. Das Sprichwort „Vertraue auf Gott und binde dein Kamel an“ weist darauf hin, dass Vertrauen nicht einfach geschehen lässt, sondern selbst mit dafür sorgt, dass das Gewünschte eintreten kann. So kann ich zum Beispiel aussprechen, was ich mir wünsche, damit meine Freunde nicht im Nebel angeln und erraten müssen.

Das ist entscheidend auch für die Frage, wie wir mit enttäuschtem Vertrauen umgehen. Es kann sein, dass wir jemandem Vertrauen geschenkt haben, dieser aber gar nicht wusste, worin wir vertrauen. Wir haben unsere Erwartungen gar nicht miteinander besprochen. Zum Beispiel kann jemand gedacht haben, dass Freunde mehr für ihn dasein würden, wenn sie näher zusammenleben würden. Wenn das dann nicht eintrifft, tritt eine Enttäuschung ein. Unsere Gewohnheit wäre, die Verantwortung für die Enttäuschung dem anderen zu überlassen. Das ist eine Struktur, die uns schon öfter geholfen hat, mit Enttäuschung umzugehen, da wir die unangenehmen Gefühle, die damit verbunden sind, auf diese Weise von uns weghalten können. Wir sind zum Beispiel  wütend auf die auslösende Person und halten sie damit auf Abstand. Uns erscheint dieses Verhalten hilfreich, merken aber nicht, dass das eine Gewohnheit ist, die uns nicht in Verbindung bringt. Meist ist aber Verbindung das eigentliche Bedürfnis. Wenn wir die Verantwortung mit übernehmen, dass wir ent-täuscht sind, können wir sehen, was unser Anteil darin war: wo haben wir etwas erwartet oder projiziert, ohne dass die andere Person darum wissen konnte? Wo lade ich diesen Moment mit alten Enttäuschungen auf, die meine Reaktion unangemessen werden lassen?

Wie oft haben wir schon „zuviel“ vertraut… wer hat die Verantwortung? Wenn ich vertrauen gebe, gehe ich ein Risiko ein. Es war meine Entscheidung, das zu tun. Es ist so eine andere Welt, wenn ich Vertrauensvorschuss gebe, ob ich in geöffnetem Zustand bin oder misstrauisch bin. Im geöffneten Zustand kommt die Welt auf mich zu.
Vertrauen ist Zustand von Entspannung und Zuversicht. Wenn ich die Erfahrungen, wo Vertrauen sich gelohnt hat, einen so richtig guten Platz gebe in meinem Leben.

Vertrauen ist auch, wenn ich davon ausgehe, dass ein Mensch im Kern gut ist. Dazu gibt es einen schönen Satz im Taoteking. „Der Meister vertraut dem, der vertrauenswürdig ist. Und der Meister vertraut dem, der nicht vertrauenswürdig ist“.
Das spricht von hoher Selbst- und Menschenkenntnis. Wo ich in meinem Vertrauen nicht mehr abhängig bin von dem, was du tust, weil ich weiß, wer Mensch ist, dass Menschen Phasen haben von Misstrauen und Ängsten. Wenn ich darunter den Kern ansprechen kann, öffne ich eine Tür in einen präsenten Kontakt.

Unsere Vertrauensfähigkeit ist ein Lebenszustand und auch etwas, das wir aushandeln, immer wieder neu. Vor allem in den ersten Jahren, wenn wir einen Menschen kennenlernen. Wichtig ist auch, dass Vertrauen Zeit braucht. Gerade in der Liebe machen wir oft diesen Fehler, dass wir zu schnell alle unsere Erwartungen auf einen Menschen packen, statt zu sehen, wer der andere ist.

„Sehen ist lieben“. Können wir einen Menschen in seinem Wesen sehen, lieben wir. Das ist eine Erfahrung, die wir in den vielen Jahren unseres Gemeinschaftsaufbaus immer wieder gemacht haben. Je tiefer wir schauen und je tiefer wir uns sehen lassen, finden wir eine Ebene von Liebe und Vertrauen, die immer stabiler wird.

Dolores Richter leitet mit Kolja Güldenberg die Jahresgruppe „Liebeskunstwerk“, in der wir über ein Jahr lang in vier Modulen Bedingungen für ein Gelingen der Liebe erforschen und fahren.

Kulturwandel Jetzt – von Kolja Güldenberg

Das Zegg ist ein lebendiges, gelebtes Gemeinschaftsexperiment mit 110 Erwachsenen und Kindern als BewohnerInnen. Es ist ein Ort des Lernens und der (inneren) Ausbildung.
Mit unserer Bildungsarbeit möchten wir zum gesellschaftlichen Kulturwandel beitragen und Impulse dafür setzen, dass Gemeinschaftsprojekte entstehen.

Klimawandel, Rechtspopulismus, Flüchtlingsströme: Wir leben in herausfordernden Zeiten.

Das kapitalistische Wirtschaftssystem und das dazugehörige Glaubenssystem des Mangels suggerieren uns, dass wir gegeneinander um knappe Ressourcen kämpfen müssen.
Ein paar Gewinner, viele Verlierer.
Der Verlust gemeinschaftlicher Strukturen, Vereinzelung und Überlebenskampf sind die Symptome einer über 500 jährigen Eroberungsgeschichte durch die patriarchal geprägten europäischen  Nationen.

Aber leben wir tatsächlich im Mangel auf diesem wunderschönen blauen und grünen Planeten?
Ist nicht vielmehr – wie Gandhi es so klar formuliert hat – genug für Jedermann da, nur nicht für Jedermanns Gier?
Können wir dieses falsche Glaubenssystem entlarven und verändern?

Jede Kultur hat ihre Mythen, wie der Aktivist und Autor Charles Eisenstein so treffend analysiert. Der Mythos des Mangels und des notwendigen Kampfes um Ressourcen funktioniert global für viel zu wenige.
Was also ist die neue Geschichte, die wir schreiben wollen?

Für mich hat diese neue Geschichte viel damit zu tun, einfach und gut leben zu lernen.
Mit weniger materiellen Dingen zufrieden zu sein, wirft uns auf unsere innere Zufriedenheit zurück: Erlebe ich Fülle in mir, auch ohne materielle Reize und Zuwendung von außen?
Wenn wir uns auf unsere echten Grundbedürfnisse zurück besinnen und uns in uns selber beheimaten, sind wir damit weniger käuflich.
So könnte Selbstliebe zu einer politischen Kraft werden, weil Menschen mit innerer Fülle viel weniger manipulierbar sind, klar sagen, was sie denken und selbstverantwortlich handeln.

Ein weiteres Kernthema ist die Frage unserer eigenen Liebes- und Beziehungsfähigkeit.
An ihr entscheidet sich häufig, ob wir an ein erfülltes Leben glauben oder resignieren und unser Herz so stark schützen, dass wir nur noch wenig fühlen.

„In jüngerer Zeit entwickelt sich ein neues Bewusstsein in der Liebe.

  • Wir können Liebe und Sexualität gestalten.
  • Wir können Beziehungsformen gestalten.
  • Liebe fällt uns nicht (nur) zu, wir können Liebe verstehen, annehmen und lernen.
  • Romantische Gefühle müssen ergänzt werden durch Verständigung, Empathie und klare Entscheidungen.
  • Mehr als den „richtigen“ Partner brauchen wir Selbstkenntnis, Kommunikationsfähigkeit und ein gutes Leben / eine sinnvolle Lebensführung.

Da Liebesbeziehungen heute deutlich weniger eingebettet sind in soziale Strukturen, ist der Erfüllungsdruck auf den jeweiligen Partner und die Beziehung sehr hoch. Viele Paare fühlen sich überfordert, da sie nicht nur Beziehung und Familie aufbauen, sondern auch die Frage nach Glück, Sinn, Heimat, Geborgenheit, Freiheit, Abwechslung, spirituelles Wachstum und berufliche Unterstützung über die Partnerschaft gefunden werden will.
Deshalb brauchen wir Lernwege, Liebesschulen, Orte, Gruppen, Gemeinschaften und Freunde, mit denen wir Bedingungen schaffen können für ein Gelingen der Liebe. Eine bewusste, ehrliche, zärtliche, dauerhafte und freiheitliche Möglichkeit, uns als Frauen und Männer und Liebende zu verstehen, zu begleiten, zu begehren, zu pflegen, zu streiten, uns beizustehen, uns zu versöhnen und zu lieben.“   (Dolores Richter, http://www.liebeskunstwerk.org)

Eine weitere Kernfrage in diesen turbulenten Zeiten des Wandels lautet:
Können wir ohne Verlust echter Individualität (die ja auch eine evolutionäre Errungenschaft bedeutet) wieder beziehungs- und gemeinschaftsfähig werden? Und sind wir bereit, uns auf ganz neue und radikale Gemeinschaftsexperimente einzulassen?

Denn Gemeinschaft ist ja einer der Grundzustände, die wir im Laufe der patriarchalen Geschichte verloren haben.

Für mich sind Erfolg versprechende Gemeinschaftsprojekte solche, in denen wir als ganzer Mensch hinein passen. Also mit unserer Berufung, mit unserer Liebessehnsucht, unserer politischen, spirituellen und erotischen Natur.

Echte Gemeinschaft unterstützt Individualität und integriert Vielfalt.
Im Alltag kann es sehr herausfordernd sein, mich in diese neue Beziehungsfähigkeit hinein zu entwickeln. Konflikte müssen ausgetragen und Grenzen kommuniziert werden, Bedürfnisse auf Augenhöhe ausgehandelt und Egos abgeschliffen.
Kommen wir drum herum? Ich denke nein.

Um uns tief mit unserer inneren Absicht und Motivation zu verbinden, haben wir als Gemeinschaft 2014 unsere hellen, konstruktiven Prinzipien gemeinsam extrahiert:
Transformation, Eros, anarchische Kooperation, Verbundenheit, Liebe, Eros und lebendiges Experiment sind kraftvolle Prinzipien, für die wir stehen.
Wir haben uns unter anderem das Ziel gesetzt, mit unserer Bildungsarbeit zu diesem tiefgreifenden Wandel beizutragen, indem wir Räume für lebendiges Lernen, Bewusstseinsentwicklung und persönliche Transformation kreieren. Damit wir Menschen von innen heraus fähig werden, eine nachhaltige Kultur zu gestalten.

Gemeinschaft ist das Abenteuer unserer Zeit. Und die größte Gemeinschaft ist unsere menschliche Familie. Schaffen wir es, miteinander und mit unserer Umwelt in Frieden zu leben oder fahren wir den Karren vor die Wand?

Wir freuen uns auf essentiellen Austausch und gemeinsames Forschen in einer turbulenten Zeit.
Herzlich Kolja Güldenberg

Kolja Güldenberg leitet im ZEGG gemeinsam mit Dolores Richter die Jahresgruppe Liebeskunstwerk
www.liebeskunstwerk.org

und gemeinsam mit Sharan Thomas Gärtner das Männerjahrestraining
www.liebe-zum-mannsein.de

 

 

 

 

 

 

 

Inspirationen

1. Vorträge und Artikel von Dolores Richter

Lebendige Gesellschaftsgestaltung – Vortrag an Silvester018 im ZEGG
hier als mp3 zum Anhören    26 min

Was bedeutet Liebe in unserer Zeit?

Liebeskunst – das soziale Kunstwerk der LiebeSEINonline

Der weibliche Beitrag zu einer neuen Liebeskultur –  „connection Spirit“

Quellen einer neuen LiebeskulturFrauen-Männerkongress Oberlethe 2011 youtubeVideo

Kooperativ Führen“ – Workshop bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Das Buch von Dolores Richter:

Das Buch von Dolores Richter
zu beziehen bei ramonasbuchladen.de als ebook: http://www.libri.de/shop/action/productDetails?id=9783732211869

Aus der Renzension von Wolf Bergelt:

Ein Zukunftsbuch: Dolores Richter hat den Weg der Erkenntnis betreten, der keine künstliche Begradigung verträgt, wenn die Neuverwurzelung des Seins gelingen will. Sie ist darüber zur Liebesforscherin geworden, deren Botschaft nichts weniger als eine Vision enthält, in der uns die Liebe als soziales Kunstwerk und erneuernde Zukunftskraft der Menschheit entgegentritt.

2. Artikel von Kolja Güldenberg:

Wie entsteht lebendige Gemeinschaft?
Interview mit Dolores Richter in der OYA 25/2014

Freiheit und VerbindlichkeitErfahrungsbericht von Kolja Güldenberg

Wie entwickeln wir Menschen uns zu kooperativen Wesen, die ihre Potenziale entwickeln?von Kolja Güldenberg im SEIN 2014

3. ZITATESAMMLUNG

  • Dem Bild in seiner Entfaltung beizustehen,
    jeden weiteren Schritt aus ihm zu erfragen,
    geduldig seinen leisesten Regungen zu lauschenund es nicht in seinem Werden durch gewaltsame, übereilte Eingriffe zu gefährden, es zu geleiten, bis es ihn entlässt, das macht den guten Künstler aus.
    Joseph BeuysIch suche nicht, ich finde. Suchen: das ist das Ausgehen von alten Beständen in ein Finden Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden, das ist das Völlig Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
    Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Ungeborgenen sich geborgen wissen, die in Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich von Zielen ziehen lassen und nicht menschlich beschränkt das Ziel bestimmen.
    Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis, für jedes neue Erlebnis im Außen und Innen: das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenbarwerden neuer Möglichkeiten erfährt.
    Pablo Picasso
  • Wenn wir von der realen Zukunftsmöglichkeit her zu schauen,
    erschließen sich andere soziale Felder, tiefere Quellen der Kreativität, Muster der Vergangenheit hinter sich lassend. – Die Qualität der Wahrnehmung, die wir in eine Situation einbringen, bedingt die Art, wie Wirklichkeit entsteht.
    Otto Scharmer 
  • Humanität ist nicht außerhalb unserer Triebe und Sehnsüchte, unseres Hungers nach Leben, sondern innerhalb.
    Humanität ist nicht im aseptischen Abseits des mystischen Ostens, nicht in der übergestülpten Energie der universellen Liebe, sondern in den erfaßten, ans Licht gebrachten, integrierten, versöhnten und verfeinerten Triebenergien unserer Seele und unseres Leibes. Humanität ist nicht auf irgendeiner Insel der Schönheit, sondern in der Arbeit an uns selbst, in der Gestaltung unserer Lebensbedingungen, in der Übernahme politischer und allgemeinmenschlicher Verantwortung.
    Human ist schließlich, in sich selbst das Allgemeine zu entdecken und so vor immer weiteren Horizonten ans Werk zu gehen.
    Dieter Duhm, 1988
  • Wahrheit  ist der unmittelbare Kontakt zwischen dem, der wahrnimmt und dem, was wahrgenommen wird.
    Wilhelm Reich
  • Gewalt ist die Eruption blockierter Lebensenergien. Pazifismus ist nicht die sanfte Beschwichtigung der Gewalt und nicht die Beilegung von Konflikten durch Appelle zum Frieden. Wirklicher Pazifismus ist der radikale und intelligente Selbsteinsatz des Menschen für die Befreiung aller in ihm liegenden Lebensenergien und Schöpferkräfte. Pazifismus ist der fundamentale Kampf gegen jede Art von Unterdrückung der menschlichen Sehnsucht. Pazifismus ist kompromisslose Parteinahme fürs Lebendige.
    Pazifismus ist Militanz, nicht unbedingt politische Militanz, aber Militanz in der Erringung innerer Wahrhaftigkeit und Freiheit, denn Pazifismus ist die Versöhnung des Menschen mit sich selbst.
    Dieter Duhm, in „Aufbruch zur neuen Kultur“SELBSTLIEBE:Selbstliebe Artikel Dolores Richter     (Doppelklick-Laden-Doppelklick-Öffnen)Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft
    Oscar WildeNur die Eigenliebe beruht immer auf Gegenseitigkeit.
    Wolfgang Mocker

    In der Liebe zu uns selbst liegt das Geheimnis eines erfüllten Lebens.
    Gudrun Kropp

    Liebe Deinen Nächsten nicht so wenig wie Dich selbst. –
    Prof. Dr. med. Gerhard Uhlenbruck

    Nicht die Liebe eines anderen Menschen kann uns letztlich von frühem Ungeliebtsein heilen, sondern die Liebe, die wir uns im Fluß zugewandter Aufmerksamkeit selber geben.
    Peter Schellenbaum, Die Wunde der Ungeliebten

    Gesetzt, wir sagen ja zu einem einzigen Augenblick, so haben wir damit nicht nur zu uns selbst, sondern zu allem Dasein ja gesagt. Denn es steht nichts für sich, weder in uns selbst noch in den Dingen: und wenn nur ein einziges Mal unsere Seele wie eine Saite vor Glück gezittert und getönt hat, so waren alle Ewigkeiten nötig, um dies eine Geschehen zu bedingen – und alle Ewigkeit war in diesem einzigen Augenblick unseres Jasagens gutgeheißen, erlöst, gerechtfertigt und bejaht.
    Friedrich Nietzsche